Irgendwie divers unangenehm

Die in der medialen Öffentlichkeit geführten Diskussionen um aktuelle Kinder- und Jugendliteratur haben gefühlt gerade ein enormes Ungleichgewicht. Die großen Empörungswellen machen sich nicht an der Frage fest, ob Autor*innen, Illustrator*innen und Übersetzer*innen bis hin zu freien Lektor*innen morgen noch ihrer Arbeit nachgehen können, weil sie trotz der Soforthilfe für Soloselbständige und Mitteln aus dem Bundeskulturfonds kein Einkommen mehr haben.

Stattdessen erscheinen jetzt in überregionalen Medien im Wochenrhythmus Abrechnungen mit der aktuellen Kinderliteratur, der massiv Rassismus, das Verhaften in überholten Rollenmustern und mangelnde Diversität vorgeworfen wird. Am 23.7. sagt die Kita-Leiterin Christiane Kassama in der „ZEIT“: „Jim Knopf wird leider noch oft gelesen. Jim Knopf reproduziert viele Klischees, zum angeblich typischen Wesen und Äußeren von Schwarzen. Jim Knopf ist so, wie sich Weiße ein lustiges, freches, schwarzes Kind vorstellen.“ Diese Aussagen hatten ein großes Echo, auf der ZEIT-Online-Seite finden sich Stand 9.9. 1.228 Kommentare – nicht nur bestätigende. Im fluter, dem jungen Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung, erscheint am 2.9. ein Text mit dem Titel „Klischee, lass nach“ über die Arbeit von Sensivity Readern. Und am 6.9. veröffentlicht SPIEGEL online einen Artikel über Diversität in Kinderbüchern, als Interviews mit einer Mutter, zwei Buchladen-Gründerinnen und einer Literaturkritikerin. Die Betreiberin des Buchblogs buuu.ch, Carla Heher, kommt zu dem Fazit: „Sensitivity Reading“ – ein Prozess aus den USA, in dem Bücher von Betroffenen auf Diskriminierungen überprüft werden – sollte zum Beispiel auch in der deutschen Verlagswelt zum Standard werden.“ Denn das, was große Verlage anbieten, ist in ihren Augen in vielerlei Hinsicht eher enttäuschend.

Allen gemein ist ein Tenor, der besagt: Die aktuelle Kinderliteratur ist defizitär. Das fängt beim fehlenden „Bewusstsein für Themen wie Rassismus“ in den Verlagen an, geht über die Feststellung, dass „die Verlagslandschaft selbst wenig divers ist“, reicht weiter zum Eindruck „Willkommen in den Fünfzigerjahren“ beim Blick in die Kinderbuchabteilungen, und und und.

Ist das so? Und darf man und frau das so einfach stehen lassen?

Fangen wir mal an: Fehlende Diversität in der Verlagsbranche, und damit ist auch die Gruppe der Produzent*innen eingeschlossen, festzumachen, ist schwierig. Das fängt schon damit an, dass Männer in Kinderbuchverlagen unterrepräsentiert sind (außer in Leitungsfunktionen, aber das ist ein anderes Thema), genauso wie in den Kinderbuchabteilungen, Bibliotheken, Grundschulen, KiTas. Das ist nicht neu. Aber ungerecht. Menschen mit Migrationshintergrund sind in Studienfächern unterrepräsentiert, die in die Buchbranche führt. Woher sollen sie denn dann kommen? Das braucht Zeit.

LGBT? Schon eher gegeben, aber nicht jede*r muss das offensiv nach außen tragen. Aber es gibt sie, und die werden, wie alle anderen auch, an der Qualität ihrer Arbeiten gemessen und an nichts sonst. Auch in Verlagen. Ein Buch eines Transgenders wird eben nicht deshalb verlegt, weil es um Transgender geht. Sondern weil es gut ist.

Tja, dann die Frage nach den Klischees. Wie der ‚lustige, freche, schwarze Jim Knopf‘, der so sei wie Weiße sich Schwarze vorstellen. Der bestimmt auch gut singen und tanzen kann, gerne schnackselt, ach, die Reihe ließe sich fortsetzen. Aber was ist die Konsequenz? Muss eine schwarze Kinderfigur immer als Kontra-Klischee angelegt sein, um nicht in die mannigfaltig aufgestellten Fallen zu tappen? Traurig und schüchtern? Im fluter heißt es „Stereotyp: Asiatin, sexualisierte, devote und nerdige Darstellung.“, was die Art von Diskriminierung von Sensitivity Reader Victoria Linnea als „asiatisch gelesener Mensch“ und Teil einer „marginalisierten Gruppe“ beschreibt. Als Kind wäre das Asiatinnen-Klischee adäquat zu Jim Knopf die angepasste, strebsame Geige spielende Mai Ling. Aber muss ich jetzt die asiatischen Eltern in der Musikschule auf genau diese Klischee-Falle ansprechen, wenn sie stolz ihre Tochter dabei bewundern, wie sie sich durch eine Bach-Sonate geigt? Und verdammt, ich kenne jede Menge asiatischer Kinder in der Musikschule. Denn vielleicht gibt es dafür ja noch andere Gründe, die zum Beispiel etwas mit Bildungsbewusstsein zu tun haben.

Von Maxim Gorki stammt der Satz: „Man muss nicht in der Bratpfanne gelegen haben, um über ein Schnitzel zu schreiben“, der für Sensitivity Reader so nicht stehen bleiben kann: Es muss mindestens ein Schnitzel drüberlesen. Oder anders: Als Elfie Ligensa 1971 den ersten Roman über „Dr. Stefan Frank. Der Arzt, dem die Frauen vertrauen.“ schrieb, blickte sie nicht auf eine abgeschlossene Facharztausbildung zurück, sondern auf ein Volontariat bei Bastei-Lübbe. Und hat recherchiert. Denn Literatur ist zuallererst ein fiktionaler Raum, den die Autor*in nach ihren Vorstellungen gestalten kann. Und nicht nach gesellschaftlichen Querschnitten gestalten muss. Viel wichtiger ist die Frage nach der Plausibilität. Glaube ich der Geschichte? Glaube ich den Figuren? Ihrem Handeln? Das verändert sich mit der Zeit, und das verändert sich anders als es die in ihrer Vielstimmigkeit unüberhörbaren marginalisierten Gruppen fordern.

Und wir geraten in Teufels Küche. Wieviel Klischee steckt in der Aussage, dass im Osten die ganzen Nazis wohnen? Ist es ein Klischee, dass der Neonazi Thor Stainar-Klamotten trägt, dumpf aus seinen arisch blauen Knopfaugen blinzelt und kategorisch Ausländer verprügelt? Geht das vom Prinzip her auch nicht? Müsste man den Nazi klischeebefreit als charmanten, höflichen und gebildeten jungen Mann darstellen? Es wird dadurch auch nicht besser.

Deshalb: Es gibt sie längst, die „guten“ Bücher. Auch wenn sie nicht automatisch in den Bestsellerlisten stehen oder als Stapelware angeboten werden. Sonst hätte buuu.ch keine so große Auswahl an diversen Kinderbücher, die sie anbieten könnten. Es gibt sie längst, die guten Bücher, die sich sprach- und bildästhetisch nicht von äußeren Vorgaben knebeln lassen. Das geht, und das geht oftmals besser als die vor Betroffenheit quietschenden Bücher aus der Sebsthilfegruppenproduktion. Und ja, es können noch mehr werden, ohne Frage. Aber ohne Checklisten und Diversitäts-Prüfsiegel und Betroffenenkontrolle. Das schafft die Kinderliteratur schon ganz allein.

Luka liest vor

Manchmal braucht es erst einen Hinweis von außen, um auf neueste Erfindungen zur Leseförderung aufmerksam zu werden. Wie die Vorstellung der Firma ITR Industry to Retail GmbH als neues Mitglied im Stifterrat der Stiftung Lesen bei der diesjährigen virtuellen Stiftungsversammlung. Weil wohl den wenigsten der Name etwas sagt: ITR entwickelt und vertreibt mit internationalen Partnern technologische Produkte in den Bereichen Entertainment, Education und Healthcare, beschreibt sich ITR selbst. Hilft wahrscheinlich noch nicht weiter. Aktuell gut laufen Einweg-Schutzmasken und der Vollgesichtsschutz. Auch nicht der Grund des Engagements. Sondern das ist Luka, der Vorlese-Freund. Entwickelt vom chinesischen KI-Startup Ling Inc. Der aussieht wie eine stilisierte Eule aus einem Anime. Der über eine Bibliothek von aktuell 500 Büchern verfügt. Der eine Aufnahmefunktion besitzt. Der nicht nur das vor ihm liegende Buch erkennt, dass er vorlesen soll, sondern auch die jeweilige Seite. Und dadurch das Kind aktiv mit einbezieht, denn Luka kann vieles, aber das nicht: Umblättern.

Was er leisten soll? Der Picture Book Reading Robot „Bring your kid back to books. Help children find their passion for reading.“ sagt der chinesische Entwickler. Interessante Formulierung: back to books. Als hätten die kleinen Bilderbuchleser*innen das Buch an sich schon längst überwunden, würde sie nicht ausgerechnet ein Roboter wieder dorthin zurückbringen. Aber bis Luka seine Augen verdreht und loslegt, braucht es allerlei. Vor allem Geld. Denn die putzige Eule kostet regulär 199,- Euro. Darin enthalten sind eine eigene, kleine Geschichte in deutsch und englisch sowie zwei Titel aus dem Carlsen-Verlag. Um auf die wachsenden Bibliothek zugreifen zu können, muss Luka mit der Luka-App auf einem Smartphone verbunden sein. Um Luka jetzt zum Reden zu bringen, braucht es a) das physische Buch und b) den eingesprochenen Text, der in der App heruntergeladen werden muss. Und der pro Textdownload mit einem Kaufpreis von bis zu 10 Euro zu Buche schlägt. Oder umgerechnet mit 1.000 Luka-Coins, die in der Schatztruhe der App als Geldreserve zum Nachkaufen gebunkert werden können. Das heißt: Neben dem Gerät brauche ich immer das Buch plus eine durch den Buchumfang bestimmte Summe an Coins, um den Vorlesetext zu laden und zur Verfügung zu haben.

Deutlich günstiger ist es, vorhandene Bücher selbst einzulesen. Kann man machen, kostet aber Zeit. Und ist bei Luka technisch limitiert. Dann funktioniert es aber in gleicher Weise, auch mit eigenen Texten werden die Seiten erkannt und zugeorndet.

Natürlich wird von ITR betont, dass Luka das Vorlesen echter Menschen nicht ersetzt, sondern ergänzt und ganz viele positive Effekte beim Lesenlernen hat. Die sind natürlich alle übertragen aus den aktuellen Studien zum Vorlesen. Also zum Vorlesen durch echte Menschen, die stoppen, wiederholen, Fragen beantworten, interagieren können. Das gehört nämlich auch zum Vorlesen dazu. Genauso wie der Vorleseseort und die körperliche Zuwendung. Bei diesen Punkten kann Luka nur neidisch die Augen verdrehen. Aussagen wie er „erweitert den Wortschatz und fördert die kindliche Sprachentwicklung“ – das funktioniert auch, wenn man viel mit seinem Kind spricht – „Tägliches Vorlesen verschafft Kindern einen deutlichen Startvorteil beim Lesen-Lernen.“  – ja, aber auch und sogar noch effektiver, wenn echte Menschen ihm Vorlesen, oder aber die Tonies, oder audible im Hintergrund – stehen als Behauptungen im Raum.

Ja, der positive Effekt des Vorlesens ist wissenschaftlich belegt. Aber ob der auch für die Eule Luka oder andere Gadgets mit ähnlichen Funktionen wie eben die Tonies oder wie TipToi gilt, leider noch nicht. Und ganz ehrlich: In erster Linie ist Luka Vorlese-Convinence, zu einem ziemlich hohen Preis. Also genau das richtige Ding für Familien mit einem Kinderkrippen-SUV und abendlichen Sätzen wie „Schatz, ich habe noch einen ganz wichtigen Call mit L.A., lass dir doch von Luka noch eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen! Nachti!“ Eule, lies vor, dafür wirst du schließlich bezahlt! Ein Rezept, um gegen Befunde wie die rund 31 Prozent der Eltern, die ihren Kindern nicht oder zu selten vorlesen, zugespitzt bei 51 Prozent bei Eltern mit formal niedriger Bildung (Zahlen aus der Vorlesestudie 2019) zu wirken, ist das leider so gar nicht.

Der NDR-Bär hat Ohrensausen

Ergänzung vom 17. Juni: Aufgrund dieses Beitrages und der Resonanz auch auf Facebook hat sich der Pressesprecher des NDR, Frank Jahn, gemeldet und auf die Pressemeldung des NDR vom 15. Juni verwiesen (also veröffentlicht einen Tag nach meinem Blogbeitrag, der wiederum auf dem Artikel des Hamburger Abdendblatts vom 12.06. basiert). Darin wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass es Mikado auch weiterhin im „linearen Radioprogramm“ geben wird. Und „Die Kinderredaktion bleibt bestehen“. Alle andersartigen Aussagen diesbezüglich seien falsch. Aber eben nur die in Bezug auf Mikado.

Der NDR muss sparen. Und hat aus seinem weltumspannenden Korrespondenten-Netzwerk einen Tipp aus Brasilien bekommen, wie man Krisenzeiten für politisches Handeln nutzen kann. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, da die Presse sich ausschließlich mit Covid-19 beschäftigt, uns das Amazonas-Thema vorzunehmen. Wir haben in diesem Moment die Chance, alle Regelungen zu ändern und die Vorschriften zu vereinfachen.“ sagte Brasiliens Umweltminister Ricardo Salles in einer Kabinettssitzung. Na klar, das geht auch beim NDR. Weil keiner kuckt, will man im Rundfunk Information stärken und Kosten senken (klingt alles andere als kausal), und schon waren die Kindersendungen Ohrenbär und Mikado gestrichen. Auch Hörspiele für Kinder sollen, im Gegensatz zu denen für Erwachsene, nicht mehr im Programm auftauchen.

So zusammengefasst klingt das nach hartem Schnitt. Herzlos. Als hätte man sich eiskalt von diesen nervigen Kindern als Zuhörergruppe getrennt. Wie ein Fall für den Kinderschutzbund. Ist es auch. Aber es soll bitteschön nicht so klingen. Sondern lieber konstruktiv, zukunftsweisend, planvoll.

Darum sagt Adrian Feuerbacher, Chefredakteur des NDR, auch wie es weitergehen soll: „Wenn wir mit unseren hochwertigen und unter großem Aufwand entstehenden Audioproduktionen für Kinder ein größeres Publikum erreichen wollen, müssen wir mehr Inhalte konsequenter digital anbieten. Wir müssen dorthin, wo Eltern und Kinder aktiv nach Kinderinhalten suchen und sie gezielt nutzen.“ Das klingt wie der Satz „Das behandeln wir konservativ“ beim Blick auf einen komplett verkorksten Knochenbruch. Beruhigt, wird aber nicht wieder gut.

Denn man will gerne die Logik in dieser Schlussfolgerung erkennen und ist verblüfft: Eltern und Kinder suchen digital aktiv nach Kinderinhalten und nutzen sie gezielt? Aber warum nur digital und nicht im Radio und in den Mediatheken der Radioprogramme? Oder beides? Und dann mit einem Grad an Wertschätzung für Kinder als der nachfolgenden Zuhörer*innengruppe, weil auch für sie Sendezeit eingeplant ist? Beim Blick auf andere Programmplätze und Inhalte wird nicht klarer, warum ausgerechnet Kinder nicht mehr bedient werden sollen. Wer hört sich denn heute, am Sonntag morgen, um 7:30, eine Reportage über den wilden Osten Grönlands an? Im Funk? Ohne Bilder? Dafür läuft das Feature „Gemeinnütziger Widerstand“ von 11:05 bis 12 Uhr auch noch mal von 15:05 bis 16 Uhr. Warum auch immer. Kleiner Tipp: Einfach digital anbieten. Wo Interessierte und Radiogourmets aktiv nach Inhalten suchen und sie gezielt nutzen.

Wer sich anschaut, was Mikado in Corona-Zeiten für die Kinder zuhause angeboten hat, hat auch eine Idee davon bekommen, welche Rolle Radio spielen kann. Und zwar mit Information, die laut eigener Aussage der NDR ja stärken will. Mehr Information, weil die Kinder mehr Zeit dafür hatten. Auch für die engagierten Mitarbeiter*innen ist das Abschieben aus dem Radioprogramm womöglich nur der erste Schritt.

Vielleicht blendet der Erfolg von FUNK ein wenig, dem öffentlich-rechtlichen Medienangebot für Jugendliche von ARD und ZDF. Das gibt es nur im Netz, auf Youtube und Instagram als Hauptkanälen. Mit einem satten Budget in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe. Mit vielen Influencern als Protagonist*innen. Das lässt sich nicht so einfach übertragen auf Kinder und Kinderangebote. Aber was weg ist ist weg. Und kommt nicht mehr wieder.

Wenn Jan ein Kinderbuch schreibt …

Jan Philipp Reemtsma ist Professor für Germanistik, ein absoluter Spezialist für Arno Schmidt und Christoph Martin Wieland, Gründer des Hamburger Instituts für Sozialforschung, um nur einige seiner wissenschaftlichen Arbeitsfelder zu nennen. Er laudatiert, er publiziert, vor allem über seine Betätigungsfelder. Er hat über das Interpretieren eines literarischen Textes geschrieben, aber einen eigenen literarischen Text bislang nicht. Bislang. Denn nun gibt es Weg war das Ihmchen! mit Illustrationen von Nikolaus Heidelbach, erschienen im Kampa Verlag, 140 Seiten für 28 Euro. Und dieses Buch steht exemplarisch für all die Prominenten, die mal eben ein Buch für Kinder geschrieben haben, weil das ja nicht so viel Mühe macht und leicht von der Hand geht, im Gegensatz zu den vielen Kinderbuchautor*nnen, die Bücher schreiben. Kinderbücher.

Was meine ich damit? Es braucht offenbar eine tanten- oder onkelhafte Ohrenssesselatmosphäre, um so für Kinder zu schreiben. Auf der Lehne sitzt der kleine Wildfang wie betäubt, wenn der Mensch im Sessel nun wild zu fabulieren beginnt. Oder wie Reemtsma selbst sagt: „es stellt sich ein“: „Weg war das Ihmchen! Nicht zu sehen, hier nicht und da nicht. Kurtpeter war ganz verzweifelt.“ (S. 7) Und die heidelbachsche Vignette zeigt anstelle des Ihmchens ein Vernutzel, über das Großmutter froh gewesen wäre, hätte man das früher gehabt anstelle des offenbar viel exklusiveren Ihmchens. Was dem Autor die Chance einer Fußnote eröffnet, um diese Bild-Text-Schere zu schließen. Die Seite ist noch nicht zuende, da kommt auch noch eine Grätsche ins Spiel, aber nicht im fuballerischen Sinne, sondern offenbar auch ein Viech, dass aufgescheucht einen Siselbaum hinauftappt. Alle Namen hier sind wohlgesetzt und so gewollt, vom altertümlichen Kurtpeter bis zu den fabulierte Fabelwesennamen bis zum „hinauftappen“, was als plump, unbeholfen vorwärtsbewegend oder dumpf stampfend im Zusammenhang mit einem Baumstamm aber so gar kein Bild ergeben will und nach Lektorat! schreit.

Als wäre das nicht schon genug, bekommt auf Seite 8 das Ihmchen auch noch einen Namen: „Gnaupe!“ Und beim Fabulieren fallen alle Grenzen. Wer kennt ihn nicht, den Glidder der Biselsträucher, der einen Fußball so richtig glidderig machen kann. Und einen Lonk gibt es auch noch. Noch mehr gefällig? Reemtsma findet, dass gesprochene Sprache lautmalerisch sichtbar abgebildet werden muss. In Form von „Ja-ha“ statt ja oder „Du-hu“ statt du oder „Do-hoch“ statt doch. Und weil er mit Kurtpeter gestartet ist, heißt der Junge, den er bei seiner Suche trifft, logischerweise Beinelars. Und so geht die Odyssee weiter. Und der Leser lernt noch viel mehr kennen: Grätschen möhften und können sich aufpumpen und tappen auch horizontal. Es gibt den Angstabwender, der kein Küchenutensil ist. Es gibt das gefährliche Überdimensionalkrokodil, dass mit Bällen um sich wirft und die Kinder schluckt wie der Wal Jonas. Und wieder auskackt. Den blaugestreiften Onkel Justaf, der von der Regierung als Ausspracheaufpasser bestimmt wurde und Grammatikverbesserer im Nebenberuf ist. Es gibt mittendrin ein Märchen von Imgrunde, die Wunderschöne, und dem Prinzen Werwilnoch. Spätestens jetzt heißt es bei mir mal: Ichnicht.

Und in das ganze Aneinander statt miteinander drängelt sich zuguterletzt auch noch der Autor höchstpersönlich: „Ihr habt gemerkt, dass ich eben schreiben wollte: »Das Ihmchen war überhaupt ganz und gar mit Bratengarn gefesselt« – ihr versteht: »gar«, ja? – und dann hätte ich geschrieben: »Glücklicherweise war das Ihmchen noch ganz, und gar war es noch lange nicht.« Oder so. Aber das gehört sich nicht, nicht wahr?“ Das ist wie jemand, der seinen eigenen Witz erklärt.

Nein, das ist kein gutes Kinderbuch. Das ist ein Buch von jemand, der viel Spaß beim Fabulieren hatte. An sprachlichen Fingerübungen. Sprachspielereien. An vielem und allem. Es sei Jan Philip Reemtsma gegönnt. Aber darüber vergisst er das Wichtigste überhaupt: Für Kinder zu erzählen. Nicht über Kinder. Oder von Kindern. Das gelingt dem Text leider so gar nicht. Wie es besser geht? Blackbird von Matthias Brandt ist in meinen Augen ein gutes Beispiel (aber als Jugendbuch auch irgendwie einfacher, wenn es autobiografisch erscheint, zumiindest was die Zeit angeht, über die erzählt wird). Er ist und bleibt in seiner Figur und in seiner Geschichte. Ganz ohne Grätsche.

Die diverse Puppe

Kaum ein Thema lässt sich über Kinderbücher so zu Tode reiten wie Vielfalt im Kinderbuch. Um genau zu sein: Wie fehlende Vielfalt im Kinderbuch. Letztes Beispiel: Ein kurzer Text in der taz vom 18.5. mit dem Titel „Der Ranz aus alten Büchern“ Doch der Ranz wird eben nicht nur bei alten Büchern angemahnt, sondern: „auch die meisten neuen deutschen Kinderbücher sind voller stereotyper Figuren“. Nämlich „Die Hauptcharaktere sind oft weiß, männlich, dünn, ohne Behinderung, christlich, cis, hetero, aus der Mittelschicht, die Eltern leben zusammen.“ Würde ich in einem Buch von mir erzählen, dann würde ich genau diesem Stereotyp entsprechen und habe sofort das Gefühl, ich dürfe das gar nicht. Weil ich nur manifestiere, was an Vielfalt fehlt.

Umgekehrt wäre ein Kinderbuch mit einem Hauptcharakter, der die Eigenschaften vereint: schwarz, weiblich, dick, behindert, muslimisch, trans, homosexuell, aus der Unterschicht, die Eltern leben getrennt, tja, was? Viel zu viel von allem? Auch nur ein überspitzes Klischee? Mehrfach drüber? Eine einfache Lösung gibt es nicht, aber die Antwort der Autorin ist in meinen Augen auch keine. Wie in „„Feuerwehr und Regenauto“ von Janosch und darin gibt es eine rassistische Stelle über Müllmänner und Gastarbeiter_innen, die ich nie vorlese. Frauen haben darin außerdem kurze Röcke und große Brüste.“ Die Textpassage, in der mit dem Herrn Türken über dessen Arbeit als Müllmann gesprochen wird, und wie gut es ist, dass hier bei uns einer den stinkenden Dreck wegmacht, weil man das selber nicht tun möchte, danke dafür! ist aus werkhistorischer Sicht gar nicht rassistisch zu lesen. Das Original stammt aus dem Jahr 1972 und war der heute sprachlich wie inhaltlich plump wirkende Versuch der Integration der damaligen Gastarbeiter, die seit kurzem auch aus der Türkei kamen. Und kurze Röcke und große Brüste sehe ich nie im heutigen Straßenbild, wohingegen hautenge Leggins und bauchfreie Tops im Gegensatz dazu selbstverständlich feministische Statements sind.

Selbst bei der Raupe Nimmersatt bleibt ein Teil unvorgelesen. Die Autorin erklärt: „ich zögere oft an der Stelle, an der steht, dass die Raupe sich ein Haus baut, das man Kokon nennt. Denn ich habe mal in einem Interview gelesen, dass das so nicht ganz stimmt. Dass sich Schmetterlinge, vor allem Tagfalter, in der Regel keinen Kokon spinnen, sondern sich verpuppen. (…)  sinnerfassend hieß es, dass wegen eines Kinderbuchs Millionen Menschen glaubten, alle Schmetterlinge würden sich einen Kokon spinnen. (…) Ich will ihm (dem Kind) keine Dinge beibringen, die es später nur schwer verlernen kann. Ich lese nur vor, dass sich die Raupe ein Haus baut. Mehr nicht.“

Kann man so machen, hilft aber nicht wirklich weiter. Verpuppt wird sich immer, aber nicht alle Schmetterlingsarten bauen auch einen Kokon. Manche tun es aber. Deshalb ist die Aussage im Buch richtig. Manche Arten tun es nicht. Deshalb ist die Aussage im Buch nicht falsch. Denn die Raupe Nimmersatt ist nicht pars pro toto. Sondern nur die eine, namentlich genannte Raupe. Ganz falsch aber ist die Aussage, dass sich die Raupe ein Haus baut. Das tut sie definitiv nicht. Sie hat ja nicht mal eine Baugenehmigung und erfüllt auch die hohen energetischen Standards für Eigenheime nicht.

Die 25 Kommentare darunter sind gefühlt dreimal so lang wie der Artikel selbst. Interessanterweise gehen die KommentatorInnen entspannt mit dem angesprochenen Thema um. Für Aufregung ist wenig Platz, für lautstarke Forderungen an die Verlage und BüchermacherInnen auch nicht, stattdessen wird auf das Nebeneinander unterschidlicher Erzählweisen und die Fähigkeit von Eltern und Kindern verwiesen, historisch einzuordnen und die Dinge zu besprechen, die zu den genannten Aussagen besprochen werden müssen. Da klingt ja nach einem deutlich souveräneren Umgang.

Vegane Grasbücher

Ob man es glaubt oder nicht, aber vegan ist echt kompliziert. Und es gibt Dinge, von denen man ja gar nicht glaubt, dass sie nicht vegan sind, bis es einen gibt, der das gleiche Produkt in der veganen Variante verkauft, für einige Euro mehr.

Wein zum Beispiel ist unvegan. Und damit sind nicht die Fliegen, Würmer und anderes Gekreuch gemeint, das versehentlich in und auf der Traube sitzt, wenn sie in der Presse landet und dann mitverarbeitet wird. Sondern Eiweiß bzw. tierische Proteine, die zum Klären von Wein eingesetzt werden und mit den gebundenen Schwebeteilchchen auch wieder aus dem Wein verschwinden. Aber eben in Kontakt gekommen sind. Das geht auch ohne, entweder mit anderen Mitteln oder gar nicht, dann wird ein Trend draus: Naturweine, bei deren Herstellungsprozess so wenig wie möglich eingegriffen wird.

Oder veganes Mineralwasser. Auch erst mal verwirrend. Bei genauerem Hinsehen geht es dann um den Verzicht auf Etikettenkleber, der üblicherweise Milcheiweiß enthält. Und bei Getränkeschorlen auch wieder ums Klären, siehe Wein. Das eigentliche Produkt, Mineralwasser ist aber per se vegan.

Und jetzt auch Bücher. Matabooks aus Dresden stellt vegane Produkte her, aus Graspapier, ohne Knochenleim fürs Binden und mit reinen Bio-Druckfarben, in denen keine organischen Bestandteile tierischen Ursprungs enthalten sind. „Die kosten wie bei Bio-Lebensmitteln ein paar Euro mehr.“ heißt es in einem Tageszeitungsartikel zu dieser neuen Bücher-Geschäftsidee. Nun ist es bei dem hier erhältlichen und gebräuchlichen Graspapier, das Matabooks frü die Buchumschläge nutzt, so, dass es zwar wesentlich ressourcenschonender ist als normales Papier, aber es keineswegs ausschließlich aus Gras besteht, sondern nur zu rund 50 Prozent. Der Rest ist Frischzellstoff, wie er auch in der normalen Papierherstellung benötigt wird. Mit recyceltem Papier oder daraus gewonnenem Material funktioniert das Verfahren nicht. Das für den Buchblock verwendetet reine Süßgraspapier aus Reis und Gras wiederum stammt aus Indien. Alles trotzdem gut und unterstützenswert, aber ich will ja gar nicht vom eigentlichen Thema ablenken.

Also gut, vegane Bücher. Darunter auch Jugendromane. Mit dem Hinweis „nachhaltig, fair & vegan“ auf dem Cover. Und spätestens in diesem Moment taucht bei mmir die Frage auf, ob auch die Autor*innen nachhaltig und fair behandelt werden, wenn schon so viel Wert auf den Produktionsprozess gelegt wird. Natürlich kenne ich die Verlagsverträge nicht, an dieser Stelle kann ich nicht werten. Aber es ist schon komisch, wenn im Online-Shop auf der Seite zu den Büchern weniger über den Buchinhalt als über die Produktionsweise und verwendeten Rohstoffe zu lesen ist – und über die Autor*innen und Illustrator*innen außer den Namen gar nichts. In Worten: nichts. Die sind nicht mal verlinkt. Denn kurze knappe Sätze gibt es ja, nur sind die unter dem Reiter „Über uns“ auf der Website verborgen. Ist das auch fair denjenigen gegenüber, die das Produkt mit Leben füllen? Ich denke nicht.

Es geht mir bei Mata ein bisschen wie mit „Ökotest“. Was nutzen mir ökologisch unbedenkliche Kopfhörer, wenn sie scheiße klingen? Was nachhaltig produzierte Bio-Matratzen, wenn ich darauf schlecht schlafe? Was veganer Wein, wenn er nicht schmeckt? Auch darum sollte es gehen, gerade bei Büchern. Um Inhalte. Und um die Menschen, die sie machen und davon leben.

„Goethe war schwul!“

„Hallo, mein Name ist Ralf, ich bin Literaturwissenschaftler, Germanist und habe eine eigene Praxis. In den vergangenen Wochen des Lockdowns wurde mein Unbehagen gegenüber der Meinungsdiktatur der Mainstream-Wissenschaft immer größer. Von oben wird verfügt, bestimmt, vorgegeben, wie wir zu denken und zu lesen haben. Das konnte und wollte ich so nicht mehr hinnehmen, deshalb habe ich die Partei Wahrheit 2020 gegründet. Damit die Wahrheit ans Licht kommt. Denn ich habe recherchiert. Und eins und eins zusammengezählt. Denn es ist so: Johann Wolfgang von Goethe war schwul. Wussten Sie nicht, oder? Na klar, weil alle, die das behaupten und beweisen, von der Staatswissenschaft mundtot gemacht wurden und werden. Ich aber kenne die Fakten. Goethe als Frauenheld? Alles nur Tarnung. Wie bei den Profifußballern auch. Die tun so, als hätten sie Freundinnen oder Frauen, nur damit ja keiner merkt, dass sie andersrum sind. Da war Goethe Vorreiter. Fangen Sie doch mit den Fakten an, der Hauslehrer bei den Goethes. Da lag nicht nur einmal die Hand auf Johanns Oberschenkel und wer weiß noch wo. Die Mainstream-Germanisten behaupten natürlich, er hätte später dann mit seiner Frau Christiane fünf Kinder gehabt. Mal ehrlich, gab es dazu je einen Vaterschaftstest? Kennen Sie einen? Ich nicht. Dann seine vielen Reisen. War er wirklich immer vor Ort gewesen, wenn wir die fünf Zeugungstermine einfach mal von der Geburt zurückrechnen? Sehen Sie.

Oder diese enge Verbindung zu Johann Peter Eckermann. Einen deutlicheren Hinweis als in Wikipedia können Sie doch gar nicht finden. Da steht: „Er wurde jedoch nicht, wie noch jahrzehntelang auf der Gedenktafel am Weimarer Eckermann-Haus in der Brauhausgasse zu lesen war, Goethes Sekretär. Vielmehr befand er sich in einem unverbindlichen Gefälligkeitsverhältnis zu ihm.“ Was denken sie denn, was das für Gefälligkeiten waren? Mal ’ne Tasse Tee holen? Ich bitte Sie! Denn bei den langen Gesprächen knisterte es doch nicht nur intellektuell, sondern auch zwischenmenschlich. Über solche Realitäten müssen wir ganz offen reden und uns nicht einer Meinungsdiktatur der sogenannten Goethe-Forschung unterwerfen. Es ist allerhöchste Zeit.

Und die Literaturwissenschaft hält noch so viele wichtige Erkenntnisse unter Verschluss, die ich jetzt öffentlich machen werden, in meiner Partei Wahrheit 2020. Wussten Sie, dass Walter von der Vogelweide der Erfinder des Meisenknödels war? Sehen Sie. Oder das Martin Walser, obwohl er das Buch „Das fliehende Pferd“ geschrieben hat, gar nicht reiten konnte? Ha! Deshalb rufe ich die Germanisten an den Hochschulen Deutschlands auf – legen Sie Ihre Professuren nieder, werden Sie Mitglied meiner Partei und folgen Sie der Wahrheit 2020. Denn es gibt nur eine Wahrheit. Meine.“

#stayathome hat dazu geführt, dass wir alle die Verbreitung des Corona-Virus verlangsamen konnten. #stayathome hat aber auch dazu geführt, dass irrlichternde Menschen noch irrlichternder wurden. Xavier „ich kenne nichts“ Naidoo hat sich in seinem Auto in Quarantäne begeben und murmelt auf Instagram verstörend-verschwörerische Botschaften. Porsche-Veganer Atilla Hildmann bruzzelt aktuell keine fleischlosen Burger mehr, sondern führt in Berlin jetzt die Untergrundbewegung „Der leuchtende Salat“ an, bewaffnet bis an die Zähne und mit martialischen Botschaften auf seinen Social Media-Kanälen. Und dann Dr. Bodo Schiffmann, HNO-Arzt mit Schwindelpraxis in Sinzheim und Gründer der Partei Wiederstand 2020. Der in echter oder gespielter Naivität Impfgegner wie Identitäre, Umvolkungswarner und Islamfeinde dazu einlädt, gegen die vermeintliche Corona-Diktatur und Zwangsimpfungen der Regierung zu kämpfen. Demonstrationen organisiert. Aktive Politiker*innen zum Eintritt auffordert. Das ist alles zum Kotzen. Aber das unzählige Menschen denen auch noch Beifall klatschen, zustimmende Emojis unter die kruden Postings pinnen und allein schon den Begriff Solidarität als links-grün-versifft ansehen, macht wütend.

Wenn dein Buch weiß, wie du heißt

Kinderbücher: Das kann so vieles sein. Dick, dünn, groß, klein, bunt, einfarbig, schön, billig, selbstgemacht, unlesbar. Es gibt auch ganz besondere Angebote, die so etwas wie eine spezielle Nische bilden. Zum Beispiel das personalisierte Buch. Noch ist keiner auf die Idee gekommen, in einem Krimi den Namen des Kommissars personalisieren zu lassen, damit sich der Leser als der Held fühlen kann, der nachher den massenmordenden Psychopathen überführt. Aber Ideen gab es schon, Produkte und reale Menschen mit Selbstdarstellungsdrang sich in Romane einkaufen zu lassen.

Ungefähr in dieser Kategorie spielt das sogenannte personalisierte Kinderbuch, mit einer gehörigen Qualitätsspanne. Das reicht einerseits von framily, dem aus dem Hause Oetinger stammenden Angebot, bis hin zu Ständen auf regionalen Märkten oder Volksfesten, wo neben der allerneusten Universalküchenreibe und dem „Ihr Name auf einem Reiskorn“ auch jemand mit seinem Tapeziertisch steht, der ein paar Ansichtsexemplare herumliegen hat und verspricht, nach Aufnahme der Daten die Bücher mit dem Namen des Kindes innerhalb der nächsten 14 Tage zu produzieren und zu schicken, auf Vorkasse natürlich.

Weil Digitaldruck dahintersteht liegt es auf der Hand, den Produktionsprozess gleich ganz in die digitale Welt zu verlegen. So macht framily das. Und so macht es auch das Online-Angebot von Hurra Helden. Ein großer bunter Baukasten, um so nah dran am echten und in der Regel beschenckten Kind wie nur irgend möglich eine Geschichte zu erzählen. Behaupten die Betreiber. Und tun alles, um den Aufwand hinter ihren Büchern möglichst groß erscheinen zu lassen.

Praktischerweise kann man auf der Website auch schon mal in die Bücher hineinlesen, als erste Orientierung. Und da fällt doch vieles zusammen wie ein Kartenhaus. Wie in dem augenblicklich voll im Trend liegenden Buch Jonas (hier steht dann der individuelle Name), wo wäscht du dir die Hände?. Das so beginnt: „„Jonas, Frühstück!“, wurde unser Held, eines schönen Sonntagmorgens aus dem Schlaf geweckt, während es aus der Küche duftete. Mama hatte gerufen und die Pfannkuchen dufteten.“ Es duftet halt viel und die Interpunktion ist auch dufte, aber falsch. Aber bevor es Pfannkuchen gibt, soll sich Jonas noch die Hände waschen. Was er nicht kann, weil er sie sich ja sonst immer im Meer wäscht, warum auch immer. Da hat er die Rechnung aber ohne Mama gemacht, die zum hamletadäquaten Stream of Consciousness ansetzt: „“Versuche es“, erwiderte Mama. „Dir wird auf jeden Fall nicht langweilig sein. Du wirst auf Segelschiffe treffen, die den Wind in den Segeln fangen, auf Möwen, die ihn in den Flügeln fangen, und falls du eine Mütze trägst, wird sie vielleicht auch vom Wind gefangen und segelt einem Wal auf den Kopf.“ Ich bin gefangen und segle durch die sich aufblähende Einfalt der Sprache dahin, auf das mir ja nicht langweilig werde.

Wenn mich das nicht überzeugt, dann aber die drei Argumente fürs Buch, mal von der Individualisierung abgesehen. „Geeignet zum Lesen lernen. Buchstaben und Wörter geeignet für das Erlernen des Lesens kleiner Buchstaben.“ Hä? Kleiner Buchstaben? Meint das jetzt die Schriftgröße? Oder den ordinären gemischten Satz aus Groß- und Kleinbuchstaben? „Einfacher Text. Die Geschichte ist einfach und eignet sich auch für die Kleinsten.“ Merkt man. Und mein Lieblingsargument: „Es treten Tiere auf. Wal, Hecht, Flusskrebs … und viele weitere Tiere.“ Wobei sich definitiv keines davon Gedanken übers Händewachen machen muss. Und natürlich Bücher mit Flusskrebsen für mich definitiv, also, da geht nix drüber.

Billig ist das Ganze nicht. Wobei der Aufwand in der Produktion eher überschaubar ist, Über die Funktion Suche – Ersetze wird im Textdokument der Name des Kindes angepasst. Die optische Anpassung geht über vorab definierte Bereiche wie die Augen und Haarfarbe, Brille und Sommersprossen, die einfach in zur Auswahl stehenden Varianten abgelegt sind. Dann neue Datei abspeichern, zum Digitaldrucker schicken, fertig. Aber 24 bis 44 Euro pro Buch? Im Direktversand? Wow, das klingt nach gutem Geschäft. Für die, die es machen. Vor allem, wenn man ins Impressum schaut. Hinter Hurra Helden steckt Hooray Studios aus Ljubljana, die das Geschäftsmodell seit 2013 international betreiben. Mit eigenen Kreativen, die die Geschichten visuell und textlich entwickeln. Und dann offenbar von Google übersetzen lassen.

Wenn ich mich traue, dann reagiere ich auf der Website auf  Lea, der virtuellen Assistentin, die mich permanent anstupst: „Hallo! Wie kann ich Ihnen helfen?“ und frage zurück: „Hallo! Wie wäre es mal mit richtigen Geschichten für Kinder und nicht nur mit gefühlsduseligem Automatendeutsch für Väter und Mütter, um ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen?“ Ich wäre gespannt.

Kinderbuchratgeber – bitte nicht rechts abbiegen

Sich mit Ellen Kositzas und Dr. Caroline Sommerfelds Ratgeber Vorlesen zu beschäftigen, ist schon im Vorfeld eine vertrackte Sache. Lobe ich, mache ich mich zum Sprachrohr von bekennenden Rechten. Kritisiere ich, ist das nur der typische Reflex des links-versifften Mainstreams. Ignoriere ich, ist es irgendwie feige, denn das Buch gibt es ja. Und es interessiert mich auch auf eine spezielle Weise.

Rein sachlich benennend: Die Autorinnen sind Ellen Kositza, 7-fache Mutter und Frau von Antaios-Verleger und Vordenker der Neuen Rechten, Götz Kubitschek, und Dr. Caroline Sommerfeld, Germanistin, Publizistin und 3-fache Mutter, verheiratet mit dem 68er-Aktivisten und Germanisten Helmut Lethen, einem politisch Linken. Die Kinderzahl ist insofern wichtig, weil sie den Autorinnen als Rechtfertigung für das Schreiben dieses Kinder- und Jugendbuch-Ratgebers dient.

Worum handelt es sich bei Vorlesen? Um ein Sachbuch, das den Wert des Vorlesens und des Lesens mit vielen Beispielen hochhält. Denn „Lesen ist Bildung und darf nicht zweckorientiert verstanden werden. Lesen fördert die Entfaltung der Persönlichkeit, weil es einen ganzen Fächer an Lebensmöglichkeiten eröffnet.“ So weit, so gut. „Und ich denke wir haben ‘nen ganz guten Überblick, was Kitsch ist, was Kunst ist und was dem Kinde zuträglich und was ihm abträglich ist.“ (Zitate aus dem YouTube-Begleitvideo der beiden Autorinnen) Denn: „Kositza und Sommerfeld bringen es gemeinsam auf zehn Kinder und 40 Jahre Leseerfahrung!“ heißt es auf der Website PI-News zur Buchneuerscheinung. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen.

Über die ersten 50 Seiten zieht sich das Vorwort, das erklärt, wie wichtig das Lesen ist und wie genau diese Auswahl der nachfolgenden Bücher und deren Annotationen zustande kommen. Vom Ansatz her erinnert das an Susanne Gaschkes Hexen, Hobbits und Piraten – Die besten Bücher für Kinder aus dem Jahr 2002. Der schon im Titel keinen Widerspruch duldende Kanon der damaligen ZEIT-Redakteurin wirkte wie ein Streifzug durch die Bibliothek eines aus der Zeit gefallenen englischen Internats, denn viele Titel schienen aus der eigenen, anglophilen Lesebiografie zu stammen. Kositza und Sommerfeld sind eher durch die Bibliothek eines erzkonservativen deutschen Internats gezogen und dazu in der stockfleckigen Auslage eines Antiquariats fündig geworden. Und haben all das aussortiert, was ihrer Einschätzung nach zweckorientiert verstanden werden kann oder soll. Und was in ihren Augen Ideologie transportiert. Also nicht ihre. Sondern andere, falsche, Kinder irreführende.

Als Ideologieträger erkannt und verbannt werden demzufolge pauschal der psychologische Roman, Problembücher, historisch einseitige Sachbücher, Bücher mit Sexszenen usw. Es sind „… subtil oder offen gewaltig manipulative Exemplare, mithin: verdrehte Bücher zum Köpfeverdrehen“ (S. 16) Als Lesestoff für Zwischendurch gerade noch gebilligt wird gefälliger Schund. Der ist ungefährlich, denn „Es zeigt sich daher, daß Kinder, die früh eine gewisse elterliche Geschmacksschulung durchlaufen, Kitsch, Schrott und Obszönitäten von selbst meiden.“ (S. 16) Auch wenn man diese Position nicht teilen muss, entspricht sie ja durchaus einer weit verbreiteten bewahrpädagogisch geprägten Haltung, Kinder nicht mit als zu schwierig erachteten Themen zu konfrontieren und damit zu überfordern.

Die Buchempfehlungen selbst sind in vier Kapitel unterteilt, es geht um Bilderbücher, erstes Lesen, Kinderbuch und Bücher für fast erwachsene Leser.

In Teil 1 stehen die Wurzelkinder neben Maurice Sendaks Wo die wilden Kerle wohnen und Donaldsons/Schefflers Superwurm. Aber eben auch Karl Ginzskys wegen seiner rassistischen Darstellungen umstrittener österreichischer Bilderbuchklassiker Hatschi Bratschis Luftballon in der unverfälschten Faksimile-Ausgabe.

Die Autorinnen ertappen sich dabei, manchmal auch Bücher mit „falschem“ Ansatz gut zu finden. Zum Beispiel Erlbruchs/Holzwarths Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat „Ist ein Buch über „Kacke“ nicht ein Spät-68er-Produkt … unkonservativ?“ (S. 96) Nein, genauso wenig wie Kuhls/Schmitz-Kuhls Alle Kinder. Ein ABC der Schadenfreude. Da werden niedere Instinkte angesprochen, und Kinder vertragen ja dann großzügigerweise doch „auch Spurenelemente von Ideologie, Schmalz oder kindungerechter Gewalt“ (S. 113) Dafür liegt bei Michael Endes Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer sprachideologisch festbetoniert ein Negerbaby im Paket, und nicht, wie in den neueren Ausgaben politsch korrekt, ein schwarzes Baby. Und bei Otfried Preußler ist es vor allem die Abgrenzung des Autors zu der von den 68ern geprägten neuen Kinderliteratur, die viel Raum einnimmt und ihn sympathisch macht.

Weiter geht’s zu den Büchern für Ältere. Da ist neben den Sagen und Märchen von Hermann Löns auch Platz für Mawils Graphic Novel Kinderland und selbstverständlich Harry Potter. Und die, die fast schon erwachsen sind, dürfen sogar ausnahmsweise Gudrun Pausewang lesen. Aber eben nur den ersten Teil der Rosinakwiesen-Trilogie, in der die lebensreformbegeisterten Eltern eine sumpfige Wiese urbar machen und der Vater zu einem glühenden Deutsch-Nationalisten wird. Wallhall und Germanische Sagen von Felix und Therese Dahn dürfen genauso wenig fehlen wie Karl Mays Winnetou. Klar dem rechten Umfeld zuzuordnen ist Karlheinz Weißmann und seine Deutsche Geschichte für junge Leser. Den 12 bedrückenden Jahren wird hier nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem Kampf zwischen Kaiser und Papst – lobt Ellen Kositzas Mann in einer Rezension.

Und nun? Habe ich hier den ultimativen wie gefährlichen rechten Kinderbuchkanon vor mir in meinen zitternden Händen? Muss ich meine Sichtweise auf wirklich empfehlenswerte Kinder- und Jugendliteratur neu überdenken? Weder noch. Aufgrund seiner kruden Auswahl an alten und neueren Titeln, die Teils von Flohmärkten oder aus Bibliotheksauflösungen stammen – es sind eine Reihe von vergriffenen DDR-Klassikern dabei – ist das keine einfache Einkaufsliste, obwohl der Antaios Verlag da gerne hilft. Sondern verrät viel mehr über die Vorlieben der beiden Autorinnen und ihre literarische Geschmackschulung. Und ihre aber auch nie bestrittene einseitige Wahrnehmung.

Denn natürlich entspricht diese Titelauswahl nichts anderem als der eigenen Ideologie. Vermeintliche Wahrheit gegen die politische Volksverdummung, Gegenmeinung zum politisch linken Mainstream, traditionelle Werte und Ansichten, ein starker volkstümlicher Charakter durch viele Sagen, Märchen usw. ergeben eine durch die Auswahl in Vorlesen wabernde Meta-Ideologie, die bloß nicht so offenkundig erscheint wie die gegeißelten „Gutmenschen“-Botschaften in aktuellen Kinder- und Jugendbüchern oder die Auswahl der Titel auf der Liste der Besten 7, zu der es voller Abscheu heißt: „… transgender ist grundsätzlich dabei, Multikulturelles, Rechtsextremismus und psychisch kranke Eltern fast immer.“ (S. 17) Pfui Teufel!

Sowas gibt es in Vorlesen natürlich nicht. Und in der Welt da draußen auch nicht. Getreu dem Pippi Langstrumpf-Lied machen Ellen Kositza und Dr. Caroline Sommerfeld sich eben die Welt, wie sie ihnen gefällt. In die ich definitiv nicht rechts abbiegen will.

 

Jetzt auch bei uns: Meto

„Hallo, mein Name ist Sven, ich bin Vertreter bei der Oetinger Verlagsgruppe. Bevor Sie mich lauthals bemitleiden: Ja, ich weiß, es war nicht einfach in den vergangenen Jahren. Ui, war da was los! Verlagsgruppe klingt erstmal noch Konzern, ist aber noch ein richtiger Familienbetrieb, mit Mutter, Tochter und zwei Söhnen an der Spitze. Aber die beiden sind ja jetzt raus aus dem Geschäft, und ich sag mal, Gott sei Dank. Weil, der ältere, der hatte es mehr mit den Zahlen und mit Gedrucktem, und der junge, das war so ein Digitalfreak, der ist ja jeden Morgen aufgewacht und hatte eine neue Idee. Also auch Samstag und Sonntag. Und hat die sofort umgesetzt, weil sonst bekam er schlechte Laune. Die noch schlechtere Laune hatte am Ende die Buchhaltung. Denn seine Sachen waren alle hip und haben ein Heidengeld gekostet, aber wenig eingespielt. Verkaufen konnte ich davon sowieso nix, ging ja alles übers Internet. Wenn überhaupt was ging. Und Oetinger ist halt nicht Apple, die sich sämtliche Startups aus der Portokasse dazumergen können, sondern halt immer noch ein mittelständischer Kinderbuchverlag. Das konnte ja nicht gutgehen mit den beiden. Aber seit die Julia den Laden übernommen hat, also Julia Bielenberg, die Tochter, da geht es wieder bergauf mit Büchern. Hier, mit dem Oberförster Wohlleben. Oder Kirsten Boie. Das macht auch mehr Spaß im Buchhandel, die freuen sich ja fast schon wieder, wenn ich komme.

Dann wurde uns fürs Frühjahr was Großes angekündigt. Da habe ich schon gedacht, ne, nicht wieder so ein Imprint. Dieses Oetinger 34, erinnern Sie sich? Das war ja eine Kopfgeburt. Oder Oetinger pink!, dieses Mädchentaschenbuchzeug, brauchte kein Mensch. Aber der Markus Niesen ist ja auch weg. So, erst kam Corona, und dann die Vertretersitzung, zack, abgesagt. Stattdessen gab es so einen Link zu einem YouTube-Video. Meto-Verlag. Tüdelüdelü. „Meto ist bunt und macht Spaß.“ Wenn ich sowas schon höre. Und dann steht da im Video der Thilo Schmid, unser Vertriebs- und Marketinggeschäftsführer, und ist jetzt auch noch Verleger. Der soll lieber mal das andere Zeug gut verkaufen. Allein dieses neue Panem-Buch im Mai – das ist für uns wie der VW Golf für VW. Wenn das nicht läuft …, hui! Und die Leiterin Business Development Kooperationen, Carmen Udina, steht im Video so schräg hinter ihm auf irgendwas drauf, aber als hätte sie die Körpergröße von Dirk Nowitzki, trägt ein selbstgeklöppeltes Halsdings mit Meto und verantwortet das Programm. Zum Verlag heißt es genau, er macht „zeitnahe und hochwertige Umsetzung populärer Fast-Fashion-Themen.“ Also Schrott mit Anspruch. Ich sehe jetzt schon den ratlosen Blick der Buchhändlerinnen, wenn sie die Bestellmengen angeben sollen.

Dann lächelt der Thilo mich aus dem Video an und zählt auf: „Ninjas, Escape Rooms für zuhause, Adaptionen erfolgreicher Apps, Trampolinstunts und Bärtierchen.“ Von hinten kommt dann die Carmen und fragt keck: „Wie kann das sein?“ Das frage ich mich, ehrlich gesagt, auch. Und dann trällern sie im Duett: „Meto ist anders“. Ja, is klar. Alles, was neu ist, ist immer anders. Hat der Markt noch nicht gesehen. Dreht das Geschäftsmodell auf links. Wird eine nie dagewesene Erfolgsgeschichte. „Wir werden die Muster klassischer Buchverlage verlassen … Wir verzichten z.B. auf starre … Erscheinungszyklen, um stets schnell am Markt und nah an den Bedürfnissen der Adressaten zu sein.“ Ne, das werde ich meinen Buchhändlerinnen so nicht erzählen. Da ist doch wie ein Rückfall in alte Oetinger-Zeiten. Mit der erstbesten Idee einfach mal raus. Aber anstelle von Einhörner und Erdmännchen jetzt Bärtierchen? Baoh, aber hallo, ‘ne Buchhandlung ist doch kein Zoo!

So, aus dieser App-Welt kommen nicht Fuchs und Schaf, sondern Fox & Sheep und ihre Abenteuer rund um die Welt. Kennt man ja, von Joko und Klaas. Aber selbst die waren noch nicht da, wo Fuchs und Igel, nein, Schaf, mein ich, ihr erstes Abenteuer erleben: In Osaka. Osaka! Was will man denn da? Mannomann. Dann der unglaublich berühmte Landschaftsfotograf Chris Burkard und sein erstes Kinderbuch. Mit großartigen Fotos von ihm? Äh, nein, von jemand anderem illustriert. Aber für seine Fotos weltbekannt. Da schaut mich meine Buchhändlerin doch wieder mit offenem Mund an. Dann Tatjana Strobel, heute heißt ja alles Bestseller-Autorin, wenn du mal ein Buch verkauft hast, so Ratgeber wie Mit Hypnose zum Erfolg oder Das Geheimnis, Gesichter zu lesen. Sollte sie sich mal meines anschauen, was da gerade draufsteht. Hoffentlich kriegt sie keinen Schreck. Ihr Kinderbuch heißt Pillou, der sprechende Pullover. Auch so ein Selbstbewusstseins-Tschacka-Kram. Und ein Pullover, der spricht! Wenn die Pullover meiner Kinder sprechen würden, dann lautete deren einziger Satz: „Wasch mich!“ Und dann noch We love K-Pop. So ein Buch zum Trend, weil in der BRAVO andauernd über K-Pop-Bands berichtet wird. Nur liest die BRAVO ja keiner mehr.

Nach über 20 Minuten Video und ein paar Kindern, die das mit dem nah an der Zielgruppe repräsentieren sollen, ist mir das jetzt zu bunt, ich schalt aus. Vielleicht fällt mir ja über Nacht ein, was ich morgen meiner Buchhändler erzählen soll. Ich glaube, mit Meto bin ich da im Gesamtangebot der Verlagsgruppe Oetinger eher die Spaßbremse! Aber ich versuch’s mal, muss ja. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt für so nen Kram. Und Meto wird doch ne gute Partie.“