Die beißen nicht, die wollen doch nur lesen

warrior catsDer Verlag Beltz & Gelberg hat eine großangelegte Verkaufsförderungsaktion gestartet.  Na und? Er verschenkt 50.000 Exemplare. Oh, das ist aber eine Menge. Vom ersten Band der Warrior Cats. Häh? An Lehrer. Ach, das ist sicher nachhaltig gedacht, aber warum gleich so viele? Als Klassensatz über den Lehrerclub der Stiftung Lesen, samt Materialien für den Unterricht. Ah, verstehe. Habe ich das richtig gehört, über die Stiftung Lesen? Wie kommen die denn dazu? Ist das nicht grob wettbewerbsverzerrend? Und verursacht irgendwie ein ungutes Gefühl? Nicht nur bei den 64 Autorinnen und Autoren, die einen offenen Brief an Beltz & Gelberg geschrieben haben?

Bleiben wir zur Abwechslung doch mal bei der Stiftung Lesen. Nur mal zur Erinnerung: Heinz-Peter Meidinger, Chef des Deutschen Philologenverbands (DPhV), hatte öffentlich „zur Arbeit der Stiftung erklärt: „Es wird hier zu stark auf Kooperationen mit einzelnen Firmen und Industrieunternehmen gesetzt, die sich selber auch stark in den Vordergrund schieben.“ Meidinger dringt auf „Korrekturen“ bei den Arbeitsmaterialien: Mit diesen werde das Vertrauen ausgenutzt, das die Lehrer in die Stiftung Lesen haben.“ So stand es im Mai 2011 in der überregionalen Presse wie der Süddeutschen Zeitung. Auslöser waren von der Stiftung Lesen in ihrem Lehrerclub angebotene Unterrichtsmaterialien, die die Vorzüge der Bahn erklärten und Kinderkonten bei der Mainzer Volksbank empfahlen – und natürlich deren Magazin „Primax“.

Auch wenn dieser Vorwurf damals ohne Konsequenzen blieb, er hat Kratzer im glänzenden Lack der Stiftung Lesen hinterlassen. Und den Eindruck, dass man dort für Geld so ziemlich alles tut, sogar Schleichwerbung zulassen. Klar, die Stiftung ist auf Förderer und Stifter angewiesen. Und da gibt es schon die erste Überschneidung: Im Stifterrat sitzt, neben großen anderen Kinder- und Jugendbuchverlagen, auch Beltz & Gelberg. Ja schau einer an.

Aus der Irritation von 2011 haben offenbar beide Partner gelernt und einen Weg gefunden, diese Klippe zu umschiffen. Deshalb heißt es in der Pressemitteilung von Beltz & Gelberg: „Zusätzlich zu den Büchern bieten die Kooperationspartner deshalb Materialien für den Unterricht. Die Stiftung Lesen stellt im Lehrerclub allgemein Impulsmaterial für die Lesemotivation mit Fantasy-Literatur zur Verfügung, bei Beltz gibt es darüber hinaus Materialien für den Unterricht, die speziell auf die Katzenserie ausgerichtet ist.“ Noch mal im Klartext: Ich darf als Lehrer einen Klassensatz Warrior Cats umsonst bestellen und bekomme entweder a) die Lehrerhandreichung gratis dazu– als Download bei Beltz, wenn ich mich dort registriere oder b) was Allgemeines von der Stiftung Lesen zu Fantasy-Büchern, die ich gar nicht kenne. Wie der Lehrer sich hier wohl entscheiden wird? Na? Und schon wird der Neu-Lehrer in der Beltz-Datenbank regelmäßig über die neuesten Beltz & Gelberg-Titel und die dazugehörigen Handreichungen informiert.

Auf die Kritik der Autorinnen und Autoren haben inzwischen Verlag und Stiftung Lesen reagiert. Leseförderung so viel wie möglich sei wichtig, sagt Beltz. Und die Stiftung Lesen erklärt folgendes: „Bei diesem Angebot handelte es sich nicht um eine reine Buchschenk-Aktion: Zusätzlich stellte die Stiftung Lesen eigens entwickeltes kostenloses Impulsmaterial (…) zur Verfügung.“ Das kenne ich als Beigabe eines Glases oder Flaschenöffners beim Kauf einer Kiste Bier. Damit ich genau diese Marke kaufe. Was wollte die Stiftung Lesen mir damit noch mal sagen?

Die Stiftung Lesen hat noch ein weiteres Super-Argument im Köcher: „Die Realität sieht jedoch so aus, dass die Anschaffung von aktuellen Titeln in Klassensatzstärke ein Problem für viele Schulen darstellt.“ Weil das Geld fehlt. Und dann kommen die Robin Hoods der Stiftung Lesen mit Leseförderungsprojekten wie diesem und helfen. Wie ehrenhaft! Aber woher kommt eigentlich das Geld dafür? Zu über 50 Prozent von denen, die die Schulen nicht mit den nötigen Finanzmitteln ausstatten, um dort direkt Lektüre anzuschaffen oder eine Schulbibliothek zu unterhalten. Und die auch für die Finanzierung von öffentlichen Bibliotheken verantwortlich sind: im Jahresbericht 2013 sind 55 Prozent der Einnahmen der Stiftung Lesen Zuwendungen der öffentlichen Hand. Dieser Bereich ist der am stärksten gestiegene in den vergangenen Jahren, von 891.000 Euro im Jahr 2009 auf 4, 589 Mio. Euro.

Mir sträuben sich jedenfalls die Nackenhaare bei dieser Aktion.

A Bug’s Life

käferStellen wir uns mal Folgendes vor: Eine junge Frau arbeitet nach ihrem Germanistikstudium mit dem Schwerpunkt Weimarer Klassik seit Jahren als verantwortliche Online-Redakteurin beim Staatstheater in Darmstadt und macht das auch sehr gut. Darüber berichtet sie gerne auf Konferenzen und in Workshops. Zudem hat sie ein etwas außergewöhnliches Hobby, sie liebt und sammelt Muscheln. Und sie schreibt so nebenbei. Einen Blog über Muscheln. Und ein Kinderbuch über ein Mädchen und eine Muschel mit Namen Bunti. Die mit der Muschel zusammen ihre verschwundene Mutter sucht. Ausgelegt auf drei Bände.

Würde eine Agentin oder ein Agent dieses Manuskript auf dem deutschen Kinderbuchmarkt anbieten, es wäre sicherlich kein Selbstläufer und harte Arbeit, dafür einen Abnehmer zu finden.

In England ist das anders. Da gilt Barry Cunningham, der Verleger von Chicken House, als eine Art Midas, seit er als damaliger Kinderbuchchef von Bloomsbury J. K. Rowling unter Vertrag nahm. Und der hat ein ähnliches Buchprojekt angenommen und freut sich mit der Agentin, damit einen vermeintlichen Welterfolg gelandet zu haben. Ein erstes Anzeichen: Das englische Buchhandelsmagazin Bookseller erschien vor der Kinderbuchmesse in Bologna mit einem Kinderbuchspezial – und auf dem Titel: Das Cover von M.G. Leonards Kinderbuch „Beetle Boy“. Ein Kinderbuchdebüt einer jungen Autorin, von Beruf Senior Digital Media Producer am National Theater. Hat englische Literatur studiert und einen Abschluss in Shakespeare Studies. Und eine Schwäche für Käfer. Ach ja, nur so nebenbei: Das Buch erscheint am 3. März 2016.

Worum es geht? Um eine nebulöse Story über einen Jungen mit Namen Darkus, dessen Vater verschwindet und der nun mit Hilfe eines Riesenkäfers namens Dexter das Geheimnis dahinter aufklären soll. Dazu gibt es nette Fotos einer mit bunten Fingernägeln und einem Hirschkäfer auf den Händen posierenden Autorin. Das reicht, um weltweit Lizenzen zu verkaufen. Unter anderem nach Deutschland, zu Chicken House.

Was einem das sagen soll? So einiges. Der Trend in heimischen Kinder-und Jugendbuchverlagen ist noch immer ungebrochen, lieber fertige Manuskripte samt vager Erfolgsversprechen (fast ein Jahr im voraus!) einzukaufen anstatt mit heimischen Autorinnen und Autoren zu arbeiten. Die Selbstvermarktung einer Autorin oder eines Autors wird immer wichtiger. Da darf es natürlich auch eine hinreißende Kombination aus erzählerischem Sujet und persönlichem Enthusiasmus geben. Schadet auf keinen Fall.

Und in welchem Land sonst sollte eine Geschichte mit Käfern auf so fruchtbaren Boden fallen? Denn zwischen der Hochkultur von Franz Kafkas „Die Verwandlung“ und dem millionenfach gebauten VW Käfers ist sicher Platz für eine „Krieg der Käfer“-Trilogie. Wir erinnern uns: Die letzten Käfer wurden ja auch nicht mehr hier, sondern in Mexiko gebaut.

YouTube für Erstleser

Bildschirmfoto 2015-05-03 um 19.33.46Erfolgreiche YouTuber, die mit ihren Kanälen Abonnentenzahlen im sechs- oder siebenstelligen Bereich erzielen, gibt es einige. Das weckt Begehrlichkeiten. Agenturen wie Mediakraft vermarkten ihre Klienten gezielt an werbetreibende Unternehmen oder als Testimonials. Zum Beispiel wirbt LeFloid in einer großangelegten Kampagne für die Techniker Krankenkasse. Oder Sami Slimani für Google. Aber lässt sich auch für Buchverlage Gewinn aus deren Bekanntheit gerade in jungen Zielgruppen ziehen? Na klar! Wer es nicht wusste: Y-Titty haben schon 2012 ihr erstes Buch mit dem Titel „Nicht-Buch“ bei Carlsen veröffentlicht.

Besonders gut im Geschäft ist der Münchener riva-Verlag (bekannte Titel unter anderem „Leben mit einem großen Penis“, „Sei dein eigener Arzt“, „Helene Fischer“), . Der nimmt auf der nach unten offenen Niveauskala eh alles mit, was sich irgendwie zwischen Buchdeckel pressen lässt und mediale Aufmerksamkeit erregt. Und hat gleich mehrere YouTuber im Programm.

Den Anfang machte ebenfalls 2012 das Buch „Überleben unter Opfern“ von DieAussenseiter, das sind die beiden Cousins Dimitri und Sascha Kozlowski, sozusagen die Ostzonen-Lochis. Denn Namen und Aussprache klingen nicht nur russisch gefärbt, sie sind es auch. Wurst, das Programm ist das gleiche wie bei vielen anderen auch: Musikvideoparodien und Klamauk. Den man aber nur nach reichlich Wodka lustig finden kann. Ihr Buch ist ein Ratgeber für das Leben außerhalb des Webs. Blöd nur, dass die beiden außerhalb des Web nichts anderes sind als zwei langweilige Jugendliche Ende 20.

Simon Desue ist zwar erst 24 Jahre alt, hat dafür aber schon vier Bücher veröffentlicht: Ratgeber für Teenies. Für 15jährige, 16jährige, 17jährige und 18jährige. Was die Bücher mit ihm zu tun haben? „Er hat im gesamten Entstehungsprozess aktiv am Layout und der Gestaltung mitgewirkt“, sagt Tina Nollau, Pressefrau von riva. Will heißen: Können wir das eine Foto von mir mit der Grimasse auf Seite 17 nicht gegen das Bild mit Der Grimasse von Seite 45 tauschen? Ich finde, das passt besser. Oder so ähnlich. Wichtig ist nur, dass sein Name draufsteht.

Denn zum Erfolgsrezept dieser Bücher gehört die Vermarktung auf den eigene YouTube-Kanälen. So, als wäre es eines der üblichen Videos verbirgt sich dahinter eine Art Werbespot mit den vertrauten Mitteln der wackeligen Selfie-Look-Kamera und punkt- und kommafreiem Gequassel über Beweggründe und Inhalte, wenn es denn welche gibt.

Alberto Trovato, der „beatboxende Pastorensohn“ hat zumindest nicht ausgeschlachtet, was er ansonsten in seinen Videos verwurstet. Seine Idee: Er erzählt „Die Wahrheit über Alberto Trovato“. Klar, der Mann hat Anspruch. Und versichert mehrmals, dass sein Buch den Lesern absoluten Nährwert gibt. Und es sind „krasse Sachen drin, mit denen ihr nicht gerechnet habt.“ Ja Mensch! Das ist insofern überraschend, als er in seiner YouTube-Videoreihe „Hey Al!“ sowieso schon Fragen seiner Zuschauer beantwortet – er ist aktuell bei Video Nummer 71 angelangt. Was man da noch wissen will? Den Namen seines Lieblings-Tattoo-Studios vielleicht.

Und? Läuft bei riva? Ein paar amazon-Rezensionen von Fans, ein kurzer Ausflug in die Top 100, und dann waren die Bücher auch schon wieder weg. Braucht also jeder Verlag YouTuber-Bücher? Nein. Von daher viel Spaß mit dem Slimani-Prinzip, liebe Edel AG!

Heidiwitzka!

heidi_bildKlassiker sind anscheinend unkaputtbar. Ob Wickie oder Biene Maja, Hanni & Nanni oder der kleine Nick, sie alle werden in regelmäßigen Abständen einer technischen Auffrischung unterzogen, um ins Kino einzuziehen oder als Fernsehserie weltmarkttauglich zu werden. Das neueste Werk stammt aus der flämischen Animationsschmiede Studio 100 Media GmbH: Heidi. Wie zuvor schon die kleine, freche, schlaue Biene Maja wurde auch das Alpenmädchen Heidi durch die 3-D-Mangel gedreht und digital zum Leben erweckt. So weit, so wenig überraschend. Auch nicht, dass sich inhaltlich und in der Figurenausgestaltung bis hin zum Haarschnitt und den Klamotten im Vergleich zur japanischen Anime-Serie von 1974 so gut wie nichts geändert hat.

Die mit dieser Serie aufgewachsene Kindergeneration stellt jetzt die Elternschaft der aktuellen Heidi-Zuschauer. Und die muss sich mit den marktkonformen Änderungen abfinden, so schwer das manchen fällt. Sie hat Gitti und Erika im Ohr, und nun singt Andreas Gabalier, gleichzeitig Heidi-Starbotschafter, was immer das ist, den Titelsong. Immerhin besser als Frei.Wild. Und am Kiosk geht es munter weiter, denn seit 23. April liegt dort das offizielle Heidi-Magazin für Kinder aus.

Auch das allein verwundert noch nicht. Immerhin spülte die erste Heidi-Welle rund 100 Merchandising-Artikel, von der Bettwäsche bis zum Geschirr, in die deutschen Kinderzimmer.  Ein Comic-Magazin gab es von 1977 bis 1981 auch, herausgegeben im Bastei-Verlag, dazu noch acht Taschenbücher.

Dieses rund vier Jahre andauernde Geschäft hofft nun Pabel-Moewig zu wiederholen, „mit einem komplett eigenständigen Zeitschriftenkonzept auf Basis der Originalgeschichte von Johanna Spyri“. Behauptet zumindest der Verlagsleiter Frauen- und Kinderzeitschriften, Holger Hinsch, der auch Magazine wie Bussy Bär, Bummi und Lissy Magic Pony verantwortet. Aber wie soll das gehen? Als eine Art Alpenlandlust-Magazin für Kinder? Mit Geschichten aus dem späten 19. Jahrhundert, in dem die-Original-Heidi spielt? Als herzensgute Geschichts-Lehrstunde mit schrulligen Figuren? Seltsame Idee, und doch nah dran.

Denn neben der abgeschlossenen Geschichte aus Heidis Welt legt die Chefredakteurin Susanne Steinauer und ihr Team besonderes Augenmerk auf Kreatives zum Selbermachen: Blumenkranzbinden zum Beispiel. Oder Flechtfrisuren – bei Heidi selbst leider nur schwer möglich. Oder Erdbeermarmelade selber kochen. Will heißen: Es geht „im Heidi-Magazin um Natürlichkeit, Authentizität und Freundschaft.“ wieder in Worte gefasst von Holger Hinsch. Der darin eine neue Nische im weit gefächerten Kinderzeitschriftensegment besetzt sieht. Als würden alle anderen Magazine auf Künstlichkeit und Feinschaft setzen.

Das Ganze ist Pabel-Moewig eine Million Euro Bruttomedia-Werbevolumen wert. Klingt viel, ist aber nur ein errechneter Wert aus Gegengeschäften, Eigenanzeigen sowie einem Werbespot. Trotzdem: Viel Aufwand für ein kurzlebiges Lizenzgeschäft. Und ich wette: Vier Jahre wird Heidi diesmal nicht durchhalten. Jedenfalls nicht im Zeitschriftenregal.

Der Preis ist heiß

TolinoDie vielen kleinen Scharmützel rund ums E-Book haben sich ein wenig beruhigt, trotz vieler ungeklärter und unguter Punkte. Immerhin hat sich neben dem bösen Kindle von Amazon die Tolino-Allianz mit einem vergleichbaren Angebot etabliert. Dafür ist der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für E-Books abgeschmettert, obwohl sich sogar die Bundesregierung dafür aussprach: Mit EU-Gesetzen nicht konform. E-Book-Leihe in den öffentlichen Bibliotheken funktioniert nur halbwegs, weil viele Verlage diese Form grundsätzlich ablehnen oder überteuerte Leihlizenzen in Rechnung stellen. Und dann die Frage danach, wie ein E-Book überhaupt rein rechtlich zu beurteilen ist. Das aktuelle Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts (OLG) stärkt dem Börsenverein als Anwalt von Buchhandel und Verlagen den Rücken. E-Books dürfen nicht weiterverkauft werden. Wie auch. Der Download eines E-Books überträgt nur ein Nutzungsrecht und ist kein dinglicher Erwerb. Das schützt den Primärmarkt vor einem unkontrollierbaren Gebrauchtmarkt, sagt Börsenvereins-Justiziar Christian Sprang hocherfreut.

Mag ja sein. Aber umso unerklärlicher, warum der Preis für ein E-Books weiterhin so heiß bleibt und nah am gedruckten Buch liegt. Obwohl immer weniger Leistung dafür geboten wird. Ich bleibe dabei: Noch niemand hat mir wirklich glaubhaft erklären können, warum die Preisdifferenz zwischen gedruckter und digitaler Form so niedrig ist. Wie die Aufstellung der aktuellen Top-5 der Jugendbücher, laut Erhebung von Dein Spiegel, beweist:
1    Jeff Kinney: Böse Falle! Gregs Tagebuch 9. (Baumhaus) HC 13,99 € eBook 10,99 €
2    Cornelia Funcke: Reckless. Das goldene Garn (Dressler) HC 19,99 € eBook 15,99 €
3    Kiera Cass: Selection. Der Erwählte (FJB) HC 16,99 € eBook 14,99 €
4    Cassandra Clare: Chroniken der Unterwelt. City of Heavenly Fire (Arena) HC 24,99 €     eBook 19,99 €
5    Lea Schmidbauer; Kristina M. Henn: Ostwind. Rückkehr nach Kaltenbach (cbj) HC     9,99 € eBook 8,99 €

Verlage erklären diese Nähe wie folgt: „Die Ersparnis durch Wegfall der physischen Herstellung und Distribution wird aber durch andere Kostenfaktoren wieder aufgezehrt, so die Verlagsrechnung: vor allem durch höhere Autorenhonorare (bis zu 25 Prozent vom Nettoerlös), aber auch durch zusätzliche Kosten, die beim Online-Marketing entstehen, um die „Sichtbarkeit“ der E-Books zu erhöhen. Hinzu kommen zusätzliche Personalkosten, die vielfach noch nicht durch E-Book-Umsätze eingespielt werden.“ hieß es am 25.06.2014 in einem Börsenblatt-Artikel zum Thema E-Book-Preiskalkulation.

Es bleibt wenig nachvollziehbar. Schon die Formulierung „bis zu 25 Prozent vom Nettoerlös“ bedeutet für viele Autoren einen deutlich niedrigere Anteil. Dann die Kosten durch Online-Marketing: Da gilt der gleiche Grundsatz wie für das Marketing für gedruckte Bücher: Für wenige viel, für viele wenig. Zusätzlich ist da nichts, schließlich fallen alle anderen Marketingmaßnahmen am POS weg. Und die zusätzlichen Personalkosten sind sehr überschaubar.

Sonst würden ja auch die Preismodelle von Verlagsimprints wie Carlsen Impress – die Bücher werden für 3,99 € angeboten – oder Ullstein forever – gleicher Preis – nicht funktionieren. Oder wo wird da eigentlich eingespart?

Als wir vor dem Eingang der Kinderbuchmesse in Bologna standen, passierte etwas absolut Unglaubliches. Aber lest selbst.

Bildschirmfoto 2015-04-10 um 00.41.38Denn das ist noch längst nicht alles, was man besser nicht über die Kinderbuchmesse in Bologna sagen sollte. Nämlich dass

– bei der Kinder- und Jugendbuchmesse Kinder unter 14 Jahre keinen Zutritt haben. Weil es eine Messe für Fachbesucher sei, würden sich die Verlagsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter gestört fühlen. Sagt die Messeleitung. Und ist absolut nicht kompromissbereit. Selbst bei einer Illustratorinnenengruppe aus Osteuropa, die mit Mann und kleinen Kindern angereist ist, wird keine Ausnahme gemacht. Alles, was Kind ist und schon laufen kann, muss draußen bleiben, basta. Das sorgt für schlecht Laune, insbesondere, weil das eigene Kind nun vor den Messetoren ausharren muss und andererseits Kinder als Aussteller mit Ausweis selbstverständlich Zutritt haben. Wenn sie durch den Hintereingang eingeschleust werden.

– der Teppichboden in einigen Messehallen aus war. Und Insbesondere Frauen mit Pumps und glatten Ledersohlen auf dem spiegelnden Estrich so ihre liebe Mühe hatten.

– die Presse sich doppelt anstellen musste, weil es draußen am Ticketschalter nur eine Einlasskarte gab, die im Pressezentrum gegen einen Messeausweis umgetauscht werden musste. Sehr zum Leidwesen der Mitarbeiterinnen im Pressezentrum, die dieses Verfahren alles andere als glücklich fanden.

– es niemandem so richtig aufgefallen ist, dass der hoch geschätzte Ole Könnecke das Logo mit den drei Raben und dem Aufruf „Look!“ entwickelt hat, dass auf das Gastland Deutschland bei der Kinderbuchmesse 2016 hinweisen soll.

– die fünfstelligen Zahlen des Einverkaufs in den Buchhandel nicht automatisch auf einen ebenso großen Abverkauf schließen lassen, wie aktuelle Beispiele zeigen.

– von Agenten gehypte Titel mit exorbitant hohen Vorschüssen doch nicht immer einen dummen Käufer finden. Sondern manchmal wenige Monate später zu einem realistischen Preis angeboten werden – aber keiner so richtig einkaufen will

– der Elektronik-Schnickschnack nur in einer Messeecke stattfindet, ansonsten aber überall Bücher angeboten wurden

– Fantasy irgendwie seinen Zenit überschritten hat

– und die tollsten Titel überhaupt schon längste vor Messeeröffnung über die Ladentheke gegangen sind

Ein Gedanken-Experiment

88_img1Wie wäre es eigentlich, wenn man die Diskussion um den Anteil deutschsprachiger Titel beim Deutschen Jugendliteraturpreis mal am praktischen Beispiel führen würde? Und sämtliche auf der aktuellen Liste vertretenen Lizenztitel durch Originale ersetzen? Qualitativ eine Katastrophe? Gar nicht mal so schlecht? Anders, aber auch achtbar? Bitteschön, dass soll nun jeder für sich entscheiden.

Meine Nominierungen (die nominierten deutschsprachigen Titel der Kritikerjury habe ich kursiv übernommen, auch wenn es nicht immer meine Wahl gewesen wäre):

Sparte Bilderbuch:
Sebastian Meschenmoser: Gordon und Tapir (Esslinger)


Willi Puchner: ABC der fantastischen Prinzen (NordSüd)
Martin Baltscheit/Christine Schwarz: Schon gehört? (Beltz & Gelberg)


Torben Kuhlmann: Lindbergh. Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus (NordSüd) 

Matze Döbele: Konrads Schatten. (Kunstanst!fter Verlag)


Mawil: Kinderland (Reprodukt)



Sparte Kinderbuch:

Christina Erbertz/Daniel Napp: Der Ursuppen-Prinz (Beltz & Gelberg)
Finn-Ole Heinrich/Ran Flygenring: Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt. Ende des Universums. (Hanser)
Oliver Scherz: Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika. (Thienemann)


Salah Naoura: Hilfe! Ich will hier raus! (Dressler)


Martin Heckmanns/Stefanie Harjes: Konstantin im Wörterwald (mixtvision)
Antje Herden: Letzten Mittwoch habe ich die Zukunft befreit (Tulipan)



Sparte Jugendbuch:
Susan Kreller: Schneeriese (Carlsen)
Verena Güntner: Es bringen. (Kiepenheuer & Witsch)


Tamara Bach: Marienbilder (Carlsen)


Christoph Wortberg: Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß (Beltz&Gelberg)
Dorit Linke: Jenseits der blauen Grenze (Magellan)
Friedrich Ani: Die unterirdische Sonne (cbt)

Sparte Sachbuch:

Christina Röckl: Und dann platzt der Kopf (Kunstanst!fter)
Verena Ballhaus/Renate Habinger: Kritzl & Klecks. Eine Entdeckungsreise ins Land des Zeichnens & Malens (Nilpferd in Residenz)
Alexandra Rak (Hg.): Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen. Erzählungen über den Ersten Weltkrieg. (KJB)

Anke Bär: Endres, der Kaufmannssohn. Vom Leben in einer mittelalterlichen Hansestadt (Gerstenberg)
Katharina von der Gathen/Anke Kuhl: Klär mich auf! (Klett Kinderbuch)


Martin Block/Julie Cazier/Alexander Hogh/Jörg Mailliet: Tagebuch 14/18. Vier Geschichten aus Deutschland und Frankreich (TintenTrinker)

Der Glöcksbärchi aus Österreich

ResidentverlagJedes Jahr ein neuer Verlag. Getreu diesem Motto versammelt Georg Glöckler vom in Deutschland eher unbekannten Verlag G & G aus Wien namhafte österreichische Kinderbuchverlage unter seinem Dach. Am 1. Januar 2014 wanderten Ueberreuter und Annette Betz ins Glöcklersche Verlagsimperium, zum 1. Juni 2015 kommt das Nilpferd vom Residenz Verlag dazu. Da wächst zumindest in österreichischem Maßstab ein echter Kinderbucholigarch heran.

Das Nilpferd tat sich seit seiner Gründung 2001 schwer. Ist halt nicht so ein Kuscheltier, dieses matschige Monstrum. Ursprünglich beheimatet war das Nilpferd im Verlag des Niederösterreichischen Pressehauses. Mit der Übernahme des Residenz Verlages 2004 wechselte das Nilpferd dorthin. Offenbar keine ganz große Liebe beim Residenz-Team, denn mit der Begründung, dass sich „der Residenz Verlag wieder vermehrt auf seine ursprüngliche Kernkompetenz konzentrieren, die Sparten Literatur und Sachbuch“ solle, suchte das Pressehaus schon etwas länger nach einer neuen Verlagsheimat für seinen Kinderbuchableger. Der aber unbedingt in österreichischer Hand bleiben sollte. Und da führt an Georg Glöckler Einkaufskorb momentan offenbar kein Weg vorbei.

Ansonsten bleibt alles beim alten, heißt es beruhigend in der Pressemitteilung. Die Programmleiterin Cornelia Hladej wird von St. Pölten nach Wien umziehen und das Nilpferd „in bewährter Weise weiterführen“. Was so aber erst mal nicht nach Erfolgsgeschichte klingt. Wäre es wirklich so bewährt und ein lukrativer Programmbestandteil, hätte sich Residenz sicherlich nicht davon getrennt, trotz Kernkompetenzkonzentration.

Und G & G? Hat sich da echte Problembären ans Bein gebunden. Denn bei den Piefkes haben es Bücher und Verlage aus dem Nachbarland schwer. Was bei Christine Nöstlingers Jugendbüchern gerade noch so als charmante Austriazismen durchging und mittels Glossar erklärt wurde, erweist sich heute als Verkaufshindernis. Verlage wie Obelisk oder Tyrolia haben daran schwer zu knabbern. Und den nötigen Umsatz allein in Österreich schafft man nur mit Bundesförderung oder der Ausrichtung auf die Schule, siehe G & G.

Gerade Ueberreuter ist ein schwer zu sanierender Fall. Der Umzug nach Berlin und ein permanentes Gehen und vielfaches Kommen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat noch nicht zu einem klaren Profil geführt. Die Entwicklung im Fantasy- und All Age-Bereich hat man trotz Wolfgang-Hohlbein-Editionen komplett verschlafen und nun eingestellt. Das Bienensterben erwischte auch die Lesebiene als Erstlesereihe, ohne jeden Ersatz. Und nur LasseMaja allein wird es nicht wuppen. Das wäre ein erstes Ziel, mit Ueberreuter wieder konkurrenzfähig zu werden. Und dann beim Nilpferd zu den unzweifelhaft ambitionierten Buchprojekten auch Bücher zu machen, die über die Beachtung des Feuilletons oder beim österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis eine Rolle spielen. Aber vielleicht ist das Glöck ja bei Herrn Glöckler. Oder er kann es zumindest durch überzeugenden Programmstrukturen erzwingen.

Böse sind immer die anderen

konzernFeinbilder können so einfach sein. „… die Entwicklung des Marktes für Kinderbücher, die Ablösung der begeisterten BüchermacherInnen in den Chefetagen der meisten Verlage durch ein installiertes Management verlangen immer mehr nach hohen Verkaufszahlen als nach relevanten Inhalten.“ So begründet Bruno Blume in seinem im aktuellen 1001Buch erschienenen Porträt von Jacky Gleich deren Abkehr von der Kinderbuchillustration. Ähnlich klingt Andreas Schlüter in einem Interview mit dem Online-Magazin literaturgarage.de: „Anders als vor zwanzig Jahren entscheiden heute nicht mehr fachlich gut ausgebildete Lektorate über ein Programm, sondern BWLer in den Vertriebsabteilungen.“

So ist es. Installiertes Management, BWLer, Vertriebsabteilungen, das ist igitt. Die wollen ja eh alle nur das Eine: verkaufen. Viel verkaufen. Sehr viel verkaufen. Ganz im Gegensatz zu Illustratoren und Autoren. Die machen Kunst. Und schauen mal, ob die als solche gewertschätzt wird. Übersetzer übrigens auch. Die verzichten ja liebend gerne auf eine Erfolgsbeteiligung, solange es nur um „relevante Inhalte“ geht. Und freie Lektorinnen selbstverständlich ebenfalls, denen ihre Arbeit eine reine Herzensangelegenheit ist. Oder habe ich da irgendwas falsch verstanden?

Schade, dass das Feindbild so einfach nicht ist. Denn ein Verlag wie Random House funktioniert in gleicher Weise wie Bruno Blume mit seinem kleinen kwasi-Verlag. Rauscht der Umsatz in den Keller, muss sich der CEO vor seinen Aktionären verantworten. Und Bruno Blume ans Ersparte gehen oder bei seiner örtlichen Sparkasse in den Dispo. Klappt das beides nicht, wird der Konzern verkauft und der Kleinverlag geschlossen – da kommen einem in beiden Fällen jede Menge Beispiele in den Sinn, vom Berlin Verlag bis zu Bajazzo. Wo bitte ist da der Unterschied?

Am Grundsatz der Mischkalkulation hat sich nichts geändert. Wer lettische Lyrik verlegen will, sollte vielleicht einen rentablen Ostseekrimi im Programm haben. Und eine gut laufende Kinderbuchserie trägt womöglich das ein oder andere Herzensprojekt. Und die gibt es sehr wohl, in großen wie in kleinen Verlagshäusern.

Deswegen bleiben die beiden Aussagen leere Behauptungen. Installiertes Management, das klingt nach Insolvenzverwalter und Rettung durch Unternehmensberater. Oder wäre, nur als Beispiel,  die vom Vorsitzenden der Geschäftsführung Jörg Bong bei S. Fischer fürs Kinderbuch berufene Verlagsleiterin Ulrike Metzger schon installiertes Management? Wohl kaum. Denn erstaunlicherweise sind die harten Zahlenmenschen wie Klaus Kämpfe-Burghardt bei Ueberreuter oder Thomas Seng bei Thienemann relativ schnell an ihre verlegerischen Grenzen gestoßen. Und nicht mehr da.

Und die BWLer in den Vertriebsabteilungen? Denen kommt eine große Bedeutung zu, in der Tat. Aber auch in den goldenen Zeiten haben Vertreterkonferenzen Titel gekippt und Cover abgelehnt, gegen Lektorate und die Programmleitungen. Oder sind mit Weglasstiteln gereist. Das Grundproblem liegt nicht allein an der Fokussierung auf wenige Spitzentitel, sondern an der reinen Menge der Neuerscheinungen. Es gibt einfach viel zu viele unnötige Bücher. Und das nicht erst seit 20 Jahren. Das wissen die Verlage. Und tun leider nichts dagegen. Und dass Verlage lieber den siebten Fantasy-Vampir-Mehrteiler, der für teuer Geld eingekauft wurde, als Spitzentitel anbieten als die neu aufzubauende heimische Autorin mit Potential: da läuft seit geraumer Zeit was schief.

Und führt direkt zu den fachlich gut ausgebildeten Lektoraten: Aber über die wird gesondert zu sprechen sein.

Second Hand-Möbel

Das Sitzmöbel aus orientalischen Amtsstuben mit Namen Divan ist laut Wikipedia ein mehrsitziges gepolstertes Sitz- und Liegemöbel, das sich auch für den kurzen Mittagsschlaf eignet. Darauf schlafen dürfen alle, ob groß, ob klein, getreu dem Motto „Ein Divan für alle“. Nein, das ist keine Werbung für ein neues Möbelhaus, sondern für einen im Frühjahr 2015 startenden Verlag in Berlin: Divan.
sofa
Es verbirgt sich auch kein ehemaliger IKEA-Manager hinter dieser Neugründung, sondern mit Gabriele Dietz die ehemalige Elefanten Press-Frontfrau und mit Peter Maaßen ein erfahrener Kultur- und Medienmanager, der unter anderem eine Literatur- und eine PR-Agentur mit Namen KingKong betreibt. Die steht bei Fuß, wenn es um die „offensive Medienarbeit“ zu den Divan-Titeln geht. Was das ist? Im Gegensatz zu defensiver Medienarbeit? Mehr Licht ins Dunkel bringt wahrscheinlich „die aktuelle Resonanzliste“, die auf Wunsch gerne zugesandt wird.

Jedenfalls: Zwei Profis mit genügend Marktkenntnis gehen das Risiko Verlag ein. Und das sieht für das Kinder- und Jugendbuchprogramm Divan junior wie folgt aus:

„Die ersten drei Kinderbücher, die wir im Frühjahr 2015 vorlegen, sind wahre Klassiker und heute noch so lustig und spannend wie zum Zeitpunkt ihrer Erstveröffentlichung und werden ihre LeserInnen mit Sicherheit auch noch in vielen Jahren begeistern. Reprints von frühen Erfolgstiteln so bekannter Autoren wie Mario Giordano und Martin Klein machen den Anfang.“

Klassiker? Frühere Erfolgstitel? Nach denen Leserinnen und Leser schon seit Jahren gieren? Mal der Reihe nach. Bei allen Titel handelt es sich um ehemalige Elefanten Press-Hardcover. Mario Giordanos Geschichte Die wilde Charlotte stammt aus dem Jahr 1992, war danach bei rororo im rotfuchs-Taschenbuch und ist aktuell noch als Hörbuch erhältlich. Die Stadt der Tiere von Martin Klein stammt aus dem Jahr 2002 und erschien 2005 bei omnibus im Taschenbuch. Und Gabriele Dietz’ Buch Kati Knack-die-Nuss stammt aus dem Jahr 1987. Es waren also schon mal reichlich Bücher in mehreren Verwertungsstufen in Umlauf. Wären die wirklich so erfolgreich gewesen wie behauptet, wären sie sicherlich auch noch lieferbar.

So weit, so gut. Diese drei Titel veröffentlicht Divan nun als Reprint, zum Preis von 14,90 € (Kati) bzw. 16,90 € (Charlotte, Tiere). Schon an sich ein stolzer Preis für ein Kinderbuch. Interessanterweise gibt es alle drei auch als E-Book, für günstige 6,99 €. Diese Preispolitik ist natürlich insofern schwierig, als es die Elefanten-Press- und Taschenbuch-Ausgaben auf den üblichen Secon Hand-Marktplätzen für günstiges Geld zu kaufen gibt, teilweise sogar noch neuwertig – für weit unter den geforderten 14,90 € bzw. 16,90 €. Machen dann solche Reprints überhaupt Sinn? Wenn es nicht mal den Directors Cut, die fünf vergessenen Originalillustrationen, die zwei verloren gegangenen Märchen als Bonus obendrauf gibt? Denn ein Reprint allein frischt ein 23 Jahre altes Piratenabenteuer oder ein 28 Jahre altes emazipatorisches Mädchen-Märchen-Buch nicht automatisch wieder auf.

An dem Rezept will Divan festhalten. Gabriele Dietz kündigt entsprechend an: Es warten auch noch eine Reihe vergriffener, ehemals wirklich erfolgreicher und zeitloser Titel auf eine Neuveröffentlichung. Aber auch Erstveröffentlichungen im Herbst. Schauen wir mal, wer dann auf dem Divan Platz nimmt. Und ob die Idee doch funktioniert.