Als wir vor dem Eingang der Kinderbuchmesse in Bologna standen, passierte etwas absolut Unglaubliches. Aber lest selbst.

Bildschirmfoto 2015-04-10 um 00.41.38Denn das ist noch längst nicht alles, was man besser nicht über die Kinderbuchmesse in Bologna sagen sollte. Nämlich dass

– bei der Kinder- und Jugendbuchmesse Kinder unter 14 Jahre keinen Zutritt haben. Weil es eine Messe für Fachbesucher sei, würden sich die Verlagsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter gestört fühlen. Sagt die Messeleitung. Und ist absolut nicht kompromissbereit. Selbst bei einer Illustratorinnenengruppe aus Osteuropa, die mit Mann und kleinen Kindern angereist ist, wird keine Ausnahme gemacht. Alles, was Kind ist und schon laufen kann, muss draußen bleiben, basta. Das sorgt für schlecht Laune, insbesondere, weil das eigene Kind nun vor den Messetoren ausharren muss und andererseits Kinder als Aussteller mit Ausweis selbstverständlich Zutritt haben. Wenn sie durch den Hintereingang eingeschleust werden.

– der Teppichboden in einigen Messehallen aus war. Und Insbesondere Frauen mit Pumps und glatten Ledersohlen auf dem spiegelnden Estrich so ihre liebe Mühe hatten.

– die Presse sich doppelt anstellen musste, weil es draußen am Ticketschalter nur eine Einlasskarte gab, die im Pressezentrum gegen einen Messeausweis umgetauscht werden musste. Sehr zum Leidwesen der Mitarbeiterinnen im Pressezentrum, die dieses Verfahren alles andere als glücklich fanden.

– es niemandem so richtig aufgefallen ist, dass der hoch geschätzte Ole Könnecke das Logo mit den drei Raben und dem Aufruf „Look!“ entwickelt hat, dass auf das Gastland Deutschland bei der Kinderbuchmesse 2016 hinweisen soll.

– die fünfstelligen Zahlen des Einverkaufs in den Buchhandel nicht automatisch auf einen ebenso großen Abverkauf schließen lassen, wie aktuelle Beispiele zeigen.

– von Agenten gehypte Titel mit exorbitant hohen Vorschüssen doch nicht immer einen dummen Käufer finden. Sondern manchmal wenige Monate später zu einem realistischen Preis angeboten werden – aber keiner so richtig einkaufen will

– der Elektronik-Schnickschnack nur in einer Messeecke stattfindet, ansonsten aber überall Bücher angeboten wurden

– Fantasy irgendwie seinen Zenit überschritten hat

– und die tollsten Titel überhaupt schon längste vor Messeeröffnung über die Ladentheke gegangen sind

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