Die Klette

Logo_Klett_Drache_Freight_bearbMS3Klett – für viele war und ist das das „Unternehmen Bildung“, wie man sich auch selbst tituliert. Aber weil Bildung nicht immer nur Spaß macht, gab und gibt es im Portfolio auch einige Publikumsverlage wie beispielsweise Klett-Cotta. Oder für die jüngeren Leser seit 1988 den Esslinger Verlag. Und seit 2009 Klett Kinderbuch in Leipzig. Eine lohnende Ausweitung? Offenbar nicht in jedem Fall. Der Hobbit-Verlag Klett-Cotta hat 2009 durch die Übernahme von Tropen samt Personal neuen Schub bekommen. Doch die Entwicklung bei Esslinger ging in die entgegengesetzte Richtung. Er wurde 2014 mit Thienemann zusammengeführt und an die Bonnier-Gruppe verkauft. Und nun zieht sich sich die Mutter Klett auch aus Klett Kinderbuch zurück: Der Name bleibt, aber Klett selbst ist nur noch in Minderheit beteiligt. Die Mehrheit geht auf die Verlagsleiterin Monika Osberghaus über.

Rückzug aufs Kerngeschäft würde diese Strategie heißen. Und davon profitiert nun Monika Osberghaus. Denn das Experiment, dem Journalismus den Rücken zu kehren, um mit Hilfe von Klett einen eigenen Verlag mit eigenständigem Profil aufzubauen, ist längst gelungen. In der Frühjahrsvorschau beschreibt Monika Oberhaus ihr Rezept: „Wir bringen weiterhin nur wenige Titel heraus, und vor allem bleiben wir uns inhaltlich treu. Das heißt, wir suchen Bücher, die geradeaus und direkt sind, kitschfreien Spaß bescheren und Kinder von heute zum Reden bringen.“ Stimmt. In dieser Konsequenz besteht das Programm nun die ersten sechs Jahre, und es gibt so einige Titel, die sich erfreulich durchgesetzt haben

Es sind aber nicht nur die Inhalte, sondern auch die Themen und Formen. Ein Aufklärungs-Frageblock für Kinder. Die Wort-Schatz-Kiste. Alle Kinder-Reimbücher. Oder Alles Familie, ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. In der Mehrheit Originalausgaben, zeitgemäß illustriert, nicht zu weit oben in den Altergruppen angeseidelt. Und im Frühjahr kommen dezidiert Erstlesebücher dazu – „die freche Antwort auf dröge Erstlese-Literatur“. Das klingt selbstbewusst, wird aber auch eingelöst. Von daher heißt es jetzt Loslesen! in eigener Regie. Wäre doch gelacht.

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